09.06.2026 | 11 Bilder 1 Dokument

AUFGESPÜRT. Objekte, Geschichten, Geheimnisse

Die neue Ausstellung „Aufgespürt“ beleuchtet die Herkunfts- und Besitzer*innengeschichte außergewöhnlicher Objekte und macht so die jahrelange Provenienzforschung der Tiroler Landesmuseen greifbar.
Aufgespuert_Gruppenfoto_Buchroithner-Santos-Manfredi-Berger_c_TLM_Fritz © TLM/Fritz

Kuratorin Sonia Buchroithner, Ausstellungsmanagerin Charisse Santos, Laura Manfredi, Kulturvermittlung der Tiroler Landesmuseen, und Karl C. Berger, Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums (v. li.).

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Tiroler Volkskunstmuseum // 12.6.2026 – 4.4.2027

Ein geschnitzter Engel, ein präparierter Andenkondor, ein Mumienfuß, sogar ein Medaillon mit Barthaaren von Andreas Hofer lagern in den Depots der Tiroler Landesmuseen. Doch wie gelangten diese Objekte dorthin? Die Provenienzforschung hat ihre Wege rekonstruiert. Die Ausstellung „Aufgespürt. Objekte, Geschichten, Geheimnisse“ zeigt anhand von 21 besonderen Objekten auf, dass hinter jedem Exponat mehr als nur eine Geschichte steckt und macht gleichzeitig die intensiven Forschungen zu Herkunfts- und Besitzer*innengeschichte an den Tiroler Landesmuseen greifbar.

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Tiroler Volkskunstmuseum // 12.6.2026 – 4.4.2027

Ein geschnitzter Engel, ein präparierter Andenkondor, ein Mumienfuß, sogar ein Medaillon mit Barthaaren von Andreas Hofer lagern in den Depots der Tiroler Landesmuseen. Doch wie gelangten diese Objekte dorthin? Die Provenienzforschung hat ihre Wege rekonstruiert. Die Ausstellung „Aufgespürt. Objekte, Geschichten, Geheimnisse“ zeigt anhand von 21 besonderen Objekten auf, dass hinter jedem Exponat mehr als nur eine Geschichte steckt und macht gleichzeitig die intensiven Forschungen zu Herkunfts- und Besitzer*innengeschichte an den Tiroler Landesmuseen greifbar.


Ob eindrucksvolle Porträts, wertvolle Skulpturen, historische Alltagsgegenstände oder auch außergewöhnliche Exponate wie ein einzelner Mumienfuß oder eine durchlöcherte Schützenscheibe – hinter jedem Museumsobjekt steckt eine ganz besondere Herkunftsgeschichte. „Es sind Geschichten von unterschiedlichen, manchmal ungeklärten Besitzverhältnissen, Geschichten von Schenkung, von Raub und Geschichten mit mehreren Stationen und Verzweigungen. Die Provenienzforschung beschäftigt sich mit der Herkunfts- und Besitzer*innengeschichte eines Objekts – denn es geht nicht immer nur darum, wer ein Objekt geschaffen oder besessen hat, sondern auch, unter welchen Umständen es letztlich ins Museum gelangt ist“, erklärt Sonia Buchroithner, Kuratorin und Provenienzforscherin.

Lücken in der Herkunftsgeschichte und neue Ergebnisse 
„In der Ausstellung ,Aufgespürt‘, die bis 4. April 2027 im Tiroler Volkskunstmuseum zu sehen ist, wird anhand von 21 ausgewählten Objekten ihr Weg in die Sammlungen der Tiroler Landesmuseen nachgezeichnet“, erklärt Karl C. Berger, Leiter des Tiroler Volkskunstmuseums. Die Auswahl der Exponate erfolgte dabei gezielt, um die Vielfältigkeit der Wege, Schicksale und historischen Hintergründe von Objekten eindrücklich zu vermitteln. „So ist zum Beispiel nicht jeder Weg in unsere Sammlungen lückenlos rekonstruierbar“, sagt Sonia Buchroithner und nennt Beispiele: „Es lässt sich zum Beispiel bis heute nicht klar belegen, wie eine durchlöcherte Schützenscheibe aus Kastelruth, datiert auf 1832, nach Tirol gelangte. Oder: Das Gemälde von Malerin Martha Strele aus 1921 galt lange Zeit als Selbstbildnis der Künstlerin – aktuelle Recherchen führen jedoch zu einer Frau mit nationalsozialistischer Vergangenheit.“ 

Von Restitution bis zum Schutz kolonialen Kulturerbes
Nicht nur Lücken sollen in der Provenienzforschung gefüllt werden, auch die Rechtmäßigkeit, wie Objekte in Museumssammlungen gekommen sind, wird geprüft und aufgearbeitet: „Bei belasteten Provenienzen – etwa aus nationalsozialistischen Kontexten – stehen Rückgaben mit Herkunftsgesellschaften im Mittelpunkt“, betont Buchroithner. Im Jahre 1951 etwa übernahm das Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum den Inhalt von drei Kisten, die auf Schloss Friedberg bei Volders lagerten und laut Aufschrift im Besitz von Gauleiter Franz Hofer waren. Ein Gemälde konnte bisher an seinen ursprünglichen Besitzer restituiert werden, die übrigen 15 verblieben bisher mangels identifizierbarer Vorbesitzer*innen im Museumsbestand. Ein einzelner Mumienfuß bringt hingegen den Schutz kolonialen Kulturerbes aufs Tapet und wirft die Frage auf: Wurde der Fuß von ägyptischen Händlern abgetrennt, um mehr Gewinn aus der Mumie zu schlagen? Einzelne Mumienteile finden sich nämlich in unterschiedlichsten europäischen Sammlungen.

Aktenordner, Hands-on- und Hörstationen
Die Ausstellungsarchitektur, entworfen und entwickelt von Ausstellungsgestalterin Ines Graus, stellt überdimensionale Aktenordner dar, in deren Innerem die Geschichte, Quellenlage sowie offene Fragen zu Herkunft und Provenienz von Objekten ausgebreitet werden. Selbst aktiv werden können Besucher*innen an den abwechslungsreichen Hands-on-Stationen. Die Ausstellung ermöglicht es somit den Besucher*innen, auf unterschiedliche Weise sich selbst, Provenienzforscher*innen gleich, in die Fakten zu den einzelnen Objekten einzulesen und deren spannende Geschichten hautnah nachzuverfolgen oder selbst zu „erforschen“.
Zudem werden an vier Hörstationen interessante Interviews abgespielt: Kuratorin Sonia Buchroithner spricht über die Provenienzforschung in den Tiroler Landesmuseen, Pia Schölnberger (Leiterin der Kommission für Provenienzforschung in Österreich) über die Provenienzforschung im Allgemeinen, Hannah Lessnig (Vorständin des Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus) spricht über Restitution und Anita Gach (Leiterin des Referates Kulturgutfahndung im österreichischen Bundeskriminalamt) über Kulturfahndung.   

Rahmen- und Vermittlungsprogramm
Die Kulturvermittlung der Tiroler Landesmuseen hat für „Aufgespürt“ ein abwechslungsreiches Rahmen- und Vermittlungsprogramm zusammengestellt, von Führungen in deutscher und auch italienischer Sprache über interessante Gespräche bis hin zu neuen Formaten wie Speed-Dating mit Museumsexpert*innen, bei dem in sieben Dates sieben Geschichten zu einzelnen Objekten beleuchtet werden. Die Kinderwerkstätten „Das Museum und seine Geheimnisse“ bereiten das Thema Proveninenzforschung kindgerecht, spielerisch und spannend auf. Auch für unterschiedliche Schulstufen wurden passende Vermittlungsprogramme konzipiert. 

Publikation zur Ausstellung
Begleitend zur Ausstellung ist die Publikation „Aufgespürt. 21 Museumsobjekte und ihre (un-)geklärten Geschichten“ erschienen, herausgegeben von Sonia Buchroithner, Karl C. Berger und Andreas Rudigier, erhältlich in den Museumsshops der Tiroler Landesmuseen und im Online-Shop unter shop.tiroler-landesmuseen.at

Alle Informationen sowie das Rahmenprogramm zur Ausstellung finden Sie auf unserer Website unter www.tiroler-landesmuseen.at/ausstellungen/aufgespuert

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Aufgespuert_Gruppenfoto_Buchroithner-Santos-Manfredi-Berger_c_TLM_Fritz
5 564 x 3 569 © TLM/Fritz
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6 073 x 4 049 © Maria Kirchner
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6 720 x 4 480 © Maria Kirchner
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5 932 x 3 955 © Maria Kirchner
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6 509 x 4 339 © Maria Kirchner
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6 433 x 4 289 © Maria Kirchner
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2 517 x 3 775 © Maria Kirchner
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6 490 x 4 327 © Maria Kirchner
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6 706 x 4 471 © Maria Kirchner
Aufgespuert_9_Hoerstation_c_MariaKirchner
6 490 x 4 327 © Maria Kirchner
Aufgespuert_Publikation_c_MariaKirchner
2 797 x 4 195 © Maria Kirchner