11.05.2026 | 11 Bilder 1 Dokument

Aguntum – Museum und Archäologischer Park – wird Teil der Tiroler Landesmuseen

PK am 13.05.2026: Integration von Aguntum in die Tiroler Landesmuseen © Expa, Hans Groder

vlnr: Andreas Rudigier, Direktor der Tiroler Landesmuseen, Landeshauptmann Anton Mattle, Leo Gomig, Obmann Verein Curatorium pro Agunto

Zu dieser Meldung gibt es:

Kurztext 210 ZeichenPressetext als .txt

Die Römerstadt Aguntum in Osttirol wird in die Tiroler Landesmuseen eingegliedert. Damit soll der archäologische Standort langfristig gestärkt und wissenschaftlich wie kulturtouristisch weiterentwickelt werden.

Pressetext Pressetext als .txt

Die Römerstadt Aguntum in Osttirol wird in die Tiroler Landesmuseen eingegliedert. Damit soll der archäologische Standort langfristig gestärkt und wissenschaftlich wie kulturtouristisch weiterentwickelt werden.

Bedeutende archäologische Stätte und einzige Römerstadt Tirols
Aguntum zählt zu den bedeutendsten archäologischen Stätten Österreichs. Die einzige Römerstadt Tirols war über Jahrhunderte ein wichtiges Handels- und Verwaltungszentrum. Erste Erkundungsgrabungen im Areal östlich des Debantbaches wurden von dem Benediktiner Albert von Muchar 1828 durchgeführt. Er stieß dabei auf Räume mit Gewölbeheizungen, Marmor- und Mosaikfußböden. Seit den ersten wissenschaftlichen Grabungen 1912/13 wurden zahlreiche bedeutende Bauwerke freigelegt, darunter die Stadtmauer, Thermenanlagen, das Atriumhaus sowie das römische Marktgebäude „Macellum“. Die jährlichen Grabungskampagnen in Aguntum werden seit 1991 vom Institut für Archäologien der Universität Innsbruck in enger Zusammenarbeit mit dem Land Tirol und dem 1994 neu gegründeten Verein „Curatorium Pro Agunto“ durchgeführt. Aguntum ist damit ein Ort, an dem weiter aktiv geforscht und gegraben wird. Die laufenden Forschungen liefern bis heute neue Erkenntnisse in Hinblick auf das Leben und den Handel im römischen Osttirol.

Eingliederung als „bedeutender und richtungsweisender Schritt“
Leo Gomig, Obmann und Mitbegründer des Vereins „Curatorium pro Agunto“, begrüßt die Eingliederung von Aguntum in die Tiroler Landesmuseen: „Die Tiroler Landesmuseen sind für uns organisatorisch wie fachlich ein starker und verlässlicher Partner. Für den Verein war es in den vergangenen Jahren zunehmend schwierig, die vielfältigen Aufgaben rund um Forschung, Erhaltung und Vermittlung von Aguntum alleine zu bewältigen. Durch die Eingliederung eröffnen sich nun neue Möglichkeiten und langfristige Perspektiven für die nachhaltige Weiterentwicklung.“

Landeshauptmann Anton Mattle unterstreicht u.a. die Sicherung von Aguntum als kulturelles Erbe und Impuls für den Bezirk Lienz: „Ich freue mich, zu diesem besonderen Anlass persönlich in Osttirol dabei zu sein. Aguntum ist ein beeindruckendes Zeugnis der römischen Vergangenheit unseres Landes. Mit der Eingliederung in die Tiroler Landesmuseen schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dieses bedeutende kulturelle Erbe langfristig zu sichern und Aguntum als lebendigen Begegnungsort für die Region und darüber hinaus weiterzuentwickeln. Mein Dank gilt Leo Gomig und allen, die sich für Aguntum in der Vergangenheit und in Zukunft stark machen.“

Aguntum als lebendiger Ort der Begegnung
Für Andreas Rudigier, Direktor der Tiroler Landesmuseen, ist die Eingliederung ein bedeutender und richtungsweisender Schritt: „Für die Tiroler Landesmuseen ist die Eingliederung der einzigen Römerstadt Tirols eine besondere Ehre und von großer Bedeutung.“ Rechtsanwalt Franz Pegger, Obmann Verein Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum erklärt: „Der Verein Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum unterstützt und begrüßt den Eingliederungsprozess. Ich stehe weiterhin bei der Unterstützung von vertraglichen Leistungen zur Verfügung.“ Die Archäologische Sammlung der Tiroler Landesmuseen besteht bereits seit der Gründung des Museumsvereins im Jahr 1823. Mit Aguntum erhält der Themenschwerpunkt ,Römerzeit‘ nun ein eigenes Museum mit einem einzigartigen archäologischen Park.“ Es gibt eine große Chance für beide Seiten, so Direktor Andreas Rudigier: „Wir können unserem Publikum neue Zugänge zur römischen Geschichte Tirols eröffnen und zugleich wertvolle Synergien zwischen Wissenschaft, Vermittlung und Tourismus schaffen. Unser Ziel ist es, den Standort künftig noch stärker in nationale und internationale Forschungsnetzwerke einzubinden und wir wollen die moderne Vermittlung archäologischer Inhalte weiter ausbauen.“ Grabungsleiter Martin Auer vom Institut für Archäologien der Universität Innsbruck zeigt sich erfreut über die langjährige und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit dem Verein „Curatorium pro Agunto“, gleichzeitig betont auch er die Chancen, die sich durch die Kooperation mit den Tiroler Landesmuseen ergeben: „Die Zusammenarbeit eröffnet neue Perspektiven für die wissenschaftliche Forschung. Durch die Bündelung von Kompetenzen können Forschungsergebnisse künftig noch stärker sichtbar gemacht und einer breiten Öffentlichkeit zugänglich werden.“

Starke Partner, mehr Aufenthaltsqualität und ein neues Museumskonzept
Direktor Andreas Rudigier verrät auch schon inhaltliche Pläne, so wird 2028 in einer Ausstellung die 200-jährige Grabungsgeschichte von Aguntum in den Mittelpunkt rücken. Ihm ist die enge Vernetzung mit der Region ein besonderes Anliegen: „Wir möchten die Bevölkerung einbinden, Aguntum soll ein lebendiger Ort der Begegnung sein, mit dem sich die Menschen aus der Region identifizieren können und dazu möchten wir mit ihnen ins Gespräch kommen, damit wir auch auf regional relevante Themen reagieren können“, so Rudigier. Martin Mayerl, Bürgermeister der Gemeinde Dölsach, freut sich über diese Haltung und den Zusammenschluss mit den Tiroler Landesmuseen: „Aguntum ist weit mehr als ein archäologischer Fundort. Die Römerstadt ist ein kultureller Identifikationsort und ich freue mich über Initiativen, die auch die Bevölkerung vor Ort einbinden.“ Direktor Andreas Rudigier möchte in seiner Strategie auch auf Kooperationen mit Institutionen vor Ort, etwa Schloss Bruck, der Burg Heinfels oder dem TAP (Tirol Archiv für Fotografie) setzen. Ein weiterer bedeutender und starker Partner ist für Rudigier der Tourismus, „Aguntum soll für ein breit gefächertes Publikum erlebbar sein.“

Franz Theurl, Obmann des Tourismusverbands Osttirol nimmt dazu ebenso Stellung: „Die Eingliederung von Aguntum in die Tiroler Landesmuseen ist ein bedeutender Schritt und wir sind bereit, unserer Expertise aus dem touristischen Sektor einzubringen, um den Standort professionell weiterzuentwickeln. Wir möchten dazu beitragen, Aguntum für neue Zielgruppen zu erschließen.“

„Das Unsichtbare sichtbar machen“
Was die Präsentation der archäologischen Funde betrifft, so werden laut Direktor Rudigier „Überlegungen für neue Präsentationsformen eine entscheidende Rolle spielen. Es ist nicht mehr zeitgemäß, eine immer gleichbleibende Dauerausstellung über viele Jahre hinweg zu zeigen. Wir müssen mehr Abwechslung bieten, die kuratorischen Fähigkeiten unserer Mitarbeiter*innen werden hier sehr gefragt sein. Wir haben mit Andreas Picker einen neuen Leiter der Archäologischen Sammlung, der für innovative Präsentationsformen aufgeschlossen ist,“ so Rudigier. Gerade in der Archäologie geht es laut Rudigier darum, „das Unsichtbare sichtbar zu machen. Es braucht konkrete Anhaltspunkte, um das römische Leben in Osttirol anschaulicher zu vermitteln.“ Zudem wird, so Direktor Rudigier, die Verbesserung der Aufenthaltsqualität des Archäologischen Parks auf der Agenda stehen. Für Direktor Rudigier stehen darüber hinaus weitere zentrale Fragen im Raum, wie etwa die Barrierefreiheit im Archäologischen Park verbessert werden kann, wie sich dort die Besucher*innen wirksam vor Sonneneinstrahlung schützen lassen und wie eine verlässliche Wasserversorgung sichergestellt werden kann. Weiters soll in den nächsten zwei Jahren (2026/2027) eine umfassende Strategie und ein Konzept für Aguntum entwickelt werden.

Alle Inhalte dieser Meldung als .zip:

Sofort downloaden

Bilder (11)

PK am 13.05.2026: Integration von Aguntum in die Tiroler Landesmuseen
6 000 x 4 000 © Expa, Hans Groder
PK am 13.05.2026: Integration von Aguntum in die Tiroler Landesmuseen
4 000 x 6 000 © Expa, Hans Groder
PK am 13.05.2026: Integration von Aguntum in die Tiroler Landesmuseen
5 886 x 3 924 © Expa, Hans Groder
PK am 13.05.2026: Integration von Aguntum in die Tiroler Landesmuseen
6 000 x 4 000 © Expa, Hans Groder
Andreas Rudigier, Direktor der Tiroler Landesmuseen, in Aguntum, Lienz
5 286 x 3 524 © Expa, Hans Groder
Andreas Rudigier, Direktor der Tiroler Landesmuseen, in Aguntum Lienz
4 901 x 3 267 © Expa, Hans Groder
Museum Aguntum, Lienz
1 300 x 867 © Aguntum
Museum Aguntum, Lienz
3 072 x 2 304 © Aguntum
Museum Aguntum, Lienz
2 524 x 3 543 © Aguntum
 Archäologischer Park, Aguntum
2 272 x 1 704 © Aguntum
Archäologischer Park, Aguntum
3 264 x 2 448 © Aguntum